Samstag, 20. August 2016

17. - 20. August 2016: Anreise und wieder ein Blitzstart


Während meinem Flug nach Schweden ist alles etwas entspannter als beim Flug nach Neuseeland oder gar in die USA. Sogar meine leicht mit Kokainbeuteln verwechselbaren Kohlenhydratpulver-Säcke werden durchgewunken. Leider wirds auf dem Weg Richtung Norden immer schlechter, was das Wetter betrifft. In Stockholm regnet es dann doch tatsächlich. Das kann ja heiter werden...

Schon beim warten auf den Flug nach Kiruna sehe ich extrem viele Leute mit Trekkinghosen und Bergschuhen. Da bin ich wohl zuwenig gut ausgerüstet?!

Während dem Flug sitze ich dann neben einem Paar, welches schon oft da oben in der Gegend war. Er ist Schweizer, sie Österreicherin, leben tun sie in Schottland.

Da ich meinen Rucksack als Handgepäck dabei habe, bin ich der erste im Bus ins Zentrum von Kiruna. Was dann so alles einsteigt, verschlägt mir fast die Sprache. Große, nein riesige Rucksäcke. Ich frage mich ob die Leute alle umziehen!?

Ich laufe dann mit meinem Rucksäcklein hinunter an die Hauptstrasse, wo ich mir mehr Erfolg beim Autostopp nach Abisko erhoffe. Eine Zeit geht es dann aber schon bis jemand anhält. Sanna, eine Schwedin, welche eine neue Art von Bügel für Bügellifte entwickelt hat und jetzt unterwegs zu den verschiedenen Skigebieten ist, um diese zu verkaufen. Auch noch mit dabei ist Jacek, ein Tscheche, welcher auch einen Teil des Kungsleden macht. So bin ich dann auch in nullkommanichts in Abisko.

Der erste Wandertag: Wie immer will ich es am Anfang langsam angehen lassen. Wie immer schaffe ich es nicht. Am Abend ist schon wieder ein Marathon vollbracht. Doch das Wetter war zu schön und der Weg superleicht, also was soll's... Ich mache an jeder Hütte eine Pause und trinke jeweils eine Cola. Das Angebot an Essen ist gut. Ich frage mich wozu ich 5kg Essen mit mir trage... Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich kein Gramm Vorrat dabei. Der Preis ist nämlich auch noch akzeptabel. Ich könnte mich ohrfeigen!
Ich stelle mein Zelt dann einige Kilometer nach einer Hütte auf, nachdem ich ein junges slowenisches Paar noch zu einem Cola eingeladen habe. Das Zelten in dieser wirklich wunderbaren Landschaft ist einfach toll. Mitten in der Nacht (dunkel ist es nicht wirklich) erwache ich und höre ein Geräusch. Als ich aus dem Zelt schaue, ässen etwa 15 Rentiere ganz nah bei meinem Zelt. Etwas vom Schönsten was ich bisher auf meinen Trails erleben durfte.

Am nächsten Tag breche ich nicht allzu früh auf. Bald holen mich einige Jogger ein. Diese haben am Tag zuvor etwa 5 Kilometer weniger gemacht als ich, und heute werden es auch weniger sein...
Ich habe es mir schon angewöhnt in jeder Hütte anzuhalten, ein Cola zu trinken und etwas zu schwatzen. In der nächsten Hütte gibt es nichts zu kaufen. Der Hüttenwart lädt mich dann aber doch zu einem Kaffee ein. Wie es sich herausstellt ist er Deutscher, lebt aber schon seit neun Jahren in Schweden. Maschinenbau-Ingenieur, arbeitet in der Forschung für die Automobilindustrie... Wir unterhalten uns glänzend.

Dann steht ein erster Pass an. Naja, Pass ist meines Erachtens etwas übertrieben. Ein Hügel eben...
Langsam beginnt sich das Wetter zu ändern. Und dann beginnt es doch immer wieder leicht zu regnen. Doch so wirklich kalt ist es noch nicht und ich laufe nicht gerne im Regenzeug. Andere (oder ALLE anderen) denken da anders. Ich weiß nicht wie man so vermummt noch laufen kann...

Ein Stück laufe ich dann noch zusammen mit Dag, einem Schweden, welcher das "Gröna Bandet", dass grüne Band läuft. Wir haben so ungefähr die gleiche Route vor uns. Doch irgendwann muss ich wieder mein Tempo gehen, sonst werde ich viel zu schnell müde.
Ich laufe dann bis kurz vor eine nächste Hütte und stelle mein Zelt gerade noch vor dem Start des nächsten Regens auf. Wieder ca. 46 Kilometer. Gemütlicher Start ist anders. Die meisten Wanderer welche ich heute getroffen habe sind seit 5-8 Tagen unterwegs. Wahrscheinlich liegt es nur am Rucksack...

Mein Morgenessen nehme ich heute in der Hütte zu mir. Dann gehe ich weiter. Zügig erreiche ich die nächste Hütte, wo man mit dem Ruderboot übersetzen muss. Doch leider sind seit einiger Zeit welche dabei es auf die andere Seite zu probiere. Doch irgendwie sind sie nicht erfolgreich. Da ich wen irgendmöglich das kommende Strassenstück nicht laufen möchte (35km), möchte ich es auf den Bus schaffen. Ich frage dann den Hüttenwart, ob er mit dem Motorboot fahren würde. Und er willigt ein. So kommen dann immerhin einige Wartende und ich auf die andere Seite. Jetzt geht es das erstemal wirklich bergauf und ich pushe mich vorwärts. Es ist kalt, neblig, regnerisch und es gibt nasse Füsse.
Leider komme ich dann doch etwas zu spät an, um den Bus zu nehmen. Dann laufe ich eben!
Nach ca. einer Stunde kommt endlich das erste Auto, auf dieser fast nicht befahrenen Strasse und hält doch tatsächlich an! Nun, sind meine Chancen auf ein gutes Stück Fleisch doch erheblich gestiegen. Nur noch zwei Stunden auf das Schiff warten. Heute sind es nur etwa 30km geworden. Viel Warten. Gewissermaßen ein Ruhetag...

Zum zNacht gibt's Fisch. Zwar kein Fleisch, aber besser als Nudeln. Nach dem Nachtessen treffe ich dann noch Andrea und Martin, zwei Berner die ein Stück des Trails rennen. Ich denke für diesen Abschnitt des Trails die richtige Entscheidung.

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